Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher

Wie werden Bioblumen und -zierpflanzen erzeugt?

Pflanzenschutz

Pflanzenschutz bedeutet im ökologischen Anbau vor allem Vorbeugung. Dazu wird eine Kombination verschiedener Maßnahmen eingesetzt. Neben strikter Hygiene kommen hier z.B. eine harmonische Nährstoffversorgung, der Einsatz von Kräuterauszügen zur Pflanzenstärkung oder die Förderung von Nützlingen in der Umgebung der Produktionsflächen zum Tragen. Treten doch einmal vermehrt tierische Schädlinge auf, werden diese mit dem gezielten Einsatz spezieller Nützlinge oder mit Hilfe von Seifenpräparaten in Schach gehalten. Pilzlichen oder bakteriellen Erkrankungen wird unter anderem mit der Auswahl von robusteren Sorten begegnet - dies ist bei einer Weiterkultur im Garten oder Balkonkasten auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher von Vorteil.

Düngung und Erden

Bei der Herstellung von Erden und Substraten wird auf einen sparsamen Einsatz von Torf geachtet, soweit wie möglich werden Kompost und betriebseigene Erden verwendet. Bei Bodenkulturen wird großer Wert auf die Pflege des Ökosystems Boden gelegt. Die Düngung erfolgt deshalb bodenschonend z. B. mit organischen Düngern wie Hornmehl.

Energie

Auf Kulturen, die im Winter einen hohen Energieaufwand erfordern, wird weitgehend verzichtet. Das Sortiment besteht daher zum größten Teil aus Kulturen mit einem niedrigen Temperaturbedarf.

Pflanzenqualität

Obwohl Biogärtnereien bei der Pflanzenanzucht auf den Einsatz von sogenannten "Wuchshemmstoffen" verzichten, werden qualitativ hochwertige Pflanzen mit gutem Wuchsbild erzeugt. Dies wird durch die Auswahl kompakter Sorten erreicht sowie durch zum Teil zeit- und platzraubende Maßnahmen wie niedrige Kulturtemperatur, sparsames Gießen oder größere Standweiten mit höherem Lichteinfall.

...vielleicht findet man aufgrund der ökologischen Produktionsweise nicht immer das gesamte Sortiment an Blumen und Zierpflanzen in den üblichen Arten, Farben und Formen - dafür kann man die Blumen je nach Art manchmal auch essen, ins Badewasser legen, als Mottenschutz in den Kleiderschrank hängen usw. - und dort, wo sie angebaut werden, können "natürlich" jederzeit Kinder spielen.

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Woran erkenne ich ökologisch erzeugte Blumen und Zierpflanzen?

Nur Betriebe, die die Richtlinien der EG-Bio-Verordnung (2092/91) einhalten und sich regelmäßig kontrollieren lassen, dürfen ihre Produkte unter der Bezeichnung "ökologisch" oder "biologisch" verkaufen.

Darüber hinaus sind viele Betriebe, die Bioblumen und -zierpflanzen produzieren, den verschiedenen Anbauverbänden des ökologischen Landbaus angeschlossen und produzieren nach den strengeren Richtlinien dieser Verbände.
Übersicht der deutschen Anbauverbände auf www.soel.de

Man erkennt die Bioblumen und -zierpflanzen an der EG-Kontroll-Nummer, die jedes Bio-Produkt tragen muß, und ggf. am Warenzeichen des Anbauverbandes, dem die produzierende Gärtnerei angeschlossen ist.

Wie werden Bioblumen und -zierpflanzen vermarktet?

Die Vermarktung von Bioblumen und Gehölzen erfolgt zur Zeit noch weitgehend über den Direktabsatz - auch auf Spezialitätenmärkten und im Internet.

Vereinzelt bemüht sich in Deutschland auch der Biogrosshandel um Biozierpflanzen. In der Schweiz finden Produzentinnen und Produzenten Absatzmöglichkeiten über den Grossverteiler COOP.

Bezugsadressen

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